Blühwiese

Station 4

Blühwiese am Arboretum
Naturschutz zum Anschauen: Die Blühwiese erklärt.
Sommerwiese

Wiesen sind besonders wertvoll. Denn sie bieten Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Im Sommer sind sie Nahrung. Aber auch im Winter sind sie lebenswichtig. Denn Insekten legen ihre Eier in Blätter, Stiele, Samenstände und Wurzeln ab, so dass sich im nächsten Frühjahr die neue Insekten-Generation entwickeln kann.

Von Bienen und Blüten

Pflanzen können sich selbst bestäuben oder nehmen die Hilfe von Insekten in Anspruch.

Selbstbestäuber sind z.B. Bäume, bei denen über Windbestäubung die weiblichen Blüten von Pollen anderer Bäume bestäubt werden (Nadelbäume). Es gibt aber auch Bäume, die nur weiblich und nur männlich blühen (Wacholder).

Zwitter unter den Pflanzen sind z.B. viele Blumen. In ihren Blüten sind männliche (Staubblätter) und weibliche (Fruchtblätter) Teile angelegt. Diese Pflanzen brauchen Insekten zur Bestäubung. Die Blüte lockt mit ihrem Duft, ihrer Form oder ihren Farben das Insekt an, welches, um an den Nektar zu kommen, die Pollen streift. Diese bleiben an den feinen Insektenhaaren hängen und werden so zur nächsten Blüte getragen. Aber auch die Pollen sind wertvolle Nahrung für die Insekten.

Schon gewusst? Viele Blütenpflanzen entwickeln zuerst männliche Blüten, d.h. der Stempel ist anfänglich funktionsuntüchtig. Danach wird die Blüte weiblich, d.h. die Staubblätter vertrocknen und der Stempel wächst zu seiner endgültigen Gestalt aus. Dieses Verhalten nennt man vormännlich. Beispiele für geschlechtsändernde Pflanzen sind viele Korbblütler, Glockenblumen, Weidenröschen, Natternkopf, Fingerhut, Storchschnabel und Salbei.

blühende Spinnenragwurz

In einem Blütenstand finden sich weibliche (die älteren) und männliche (die jüngeren) Blüten. Viele Blütenstände wachsen aufwärts und öffnen sich dementsprechend auch von unten nach oben. Aufgrund des versetzten Blütenwachstums finden sich oben männliche und unten weibliche Blüten. Interessanterweise besuchen viele Wildbienen solche Blütenstände bspw. vom Wald-Weidenröschen auch von unten nach oben. 

Pflanzen und Insekten: Eine evolutionäre Partnerschaft

Wer kennt nicht das Löwenmäulchen oder das Echte Leinkraut? Nur schwere Insekten wie Hummeln und große Bienen können die Blüten öffnen, um an den Nektar zu gelangen.
Und wer kennt die Bienen-Ragwurz, die Große Spinnen-Ragwurz oder die Fliegen-Ragwurz? Ihre Blüten imitieren weibliche Insekten und locken so die männlichen an um sich von ihnen begatten oder besser gesagt, bestäuben zu lassen.

Honigbienen und Hummeln sind un- bis wenig spezialisiert und können viele unterschiedliche Insektenblumen nutzen. Aber es gibt auch Bienen, die an spezielle Pflanzen gebunden sind, wie z.B. die Beinwell-Sandbiene, Gelblauch-Seidenbiene, Mohn-Mauerbiene, Gelblein-Mauerbiene oder Spiralhornbienen. Ihr Name weist auf die Wirtspflanzen hin. Diese können eine bestimmte Art oder eine bestimmte Gattung sein.

Unsere Blühwiese: Vielfalt für schattige Standorte

Die Samenmischung (PDF,72 KB) für unsere Blühwiese wurde ganz speziell für halbschattige bis schattige Waldwiesen ausgesucht und im Frühjahr 2022 eingesät. Sie ist nun dem natürlichen Wachstum überlassen, so dass sich in den nächsten Jahren zeigen wird, welche Blumen und Wildkräuter sich an diesem Ort wohlfühlen und vermehren werden.

Was meint ihr, Kinder? – Liddi möchte von euch wissen

Habt ihr die Insekten am Insektenhotel beobachtet? Erkennt ihr diese auf der Blühwiese wieder?