Liobakirche

Die 1650 errichtete Kirche erhielt ihr heutiges barockes Aussehen nach Um- und Ausbau 1753. Innerhalb der reichhaltigen Ausstattung des Innenraums zeigt das Bild über dem Altar die Heilige Lioba.  Erschaffen wurde das Gemälde von August Wilhelm Stein.

Sehenswerte Deckenfresken sowie jeweils drei barocke Beichtstühle an den Seitenwänden sind einige Blicke wert. Die Kirche diente als Gotteshaus des 1629 gegründeten Franziskanerklosters. Die heutige Ausstattung des Innenraums stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Nachdem der letzte Mönch des Klosters 1823 gestorben war, gingen die Gebäude samt Kirche in den Besitz der Stadt über.

Ein Großbrand am 16. Mai 1862 fügte dem Gebäude schwere Schäden zu. Dennoch nutzte die evangelische Kirchengemeinde in späteren Jahren die Kirche als Ausweichmöglichkeit, bis sie schließlich als baufällig erklärt wurde und während des 2. Weltkrieges als Lagerstätte diente.

Die Kolpingfamilie investierte nach Kriegsende viel Arbeit, bis das Gotteshaus 1948 wieder geweiht werden konnte. Aber 30 Jahre später erzwangen festgestellte bauliche Mängel die erneute Schließung.

Obwohl das erste Urteil des Restaurators Bronold „fast trostlos“ lautete, war eine Sanierung 1968 erfolgreich. Nochmals bedeuteten die Schäden in der Kirche nach einem Großbrand im angrenzenden ehemaligen Klosterbereich einen Rückschlag, aber seit der erneuten Einweihung am 14. April 2018 erstrahlt die Kirche wieder in neuem altem Glanz.

Die Heilige Lioba wurde um 700 in Essex, im heutigen England, geboren. Sie war eine Verwandte des Heiligen Bonifatius. Mit ihm kam sie 735 als Missionarin ins fränkische Gebiet. Sie förderte und forderte Unterricht auch für Mädchen und junge Frauen. Heute ist sie Stadtpatronin von Tauberbischofsheim.

Alljährlich feiert die Katholische Kirchengemeinde Tauberbischofsheim das mehrtägige Liobafest um den 28. September, dem Todestag der Heiligen.

Neben dem Seiteneingang und -ausgang informiert eine vom Verein der Tauberfränkischen Heimatfreunde gestaltete kleine Ausstellung über die Heilige Lioba.

Mit Kröti auf Entdeckungstour