Peterskapelle
Es war ein langer Weg von früheren Vermutungen und Deutungen hin zur sicheren Altersbestimmung dieses besonderen Bauwerks.
Schon ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde in einigen Veröffentlichungen das Jahr 1584 aufgrund eines Datums über einer ehemaligen Kirchenpforte als Erbauungsjahr angegeben. Dabei begann die Geschichte der „Kapelle vor der Stadt“ weitaus früher.
Da sich Bischofsheim in seiner Besiedlung in früheren Jahrhunderten immer mehr Richtung Tauber verlagerte, versank der gegenüberliegende westliche Bereich vor der Stadtmauer im Dornröschenschlaf. Damit auch die kleine Kapelle, die im Friedhof, der im 16. Jahrhundert vor die Tore der Stadt verlegt wurde, stand.
Die Kapelle fristete ein stilles und unscheinbares Dasein, verlor 1930/31 ihren sakralen Status und wurde nach einer umfassenden Instandsetzung zum Heimatmuseum. Aber auch dieser Abschnitt endete nur 30 Jahre später. Das Museum wurde 1960 geschlossen und die Kapelle wurde zu einer immer weiter verfallenden Lagerhalle.
Die Rettung kam 1999 mit der Gründung eines Fördervereins zur Sicherung und Erhaltung der Peterskapelle. Zuschüsse (unter anderem Deutsche Stiftung Denkmalschutz), Mitgliedsbeiträge und viele Spenden ermöglichten die Sanierung.
Eine wirkliche Überraschung bedeuteten Ergebnisse einer Altersbestimmung der Bauhölzer (Dendrochronologie = Jahrringdatierung) der Dachstühle. Das Baujahr der Peterskapelle konnte auf 1180 datiert werden. Mit der Datierung der Kirche ins späte 12. Jahrhundert, romanisch, ist die Peterskapelle das älteste sakrale Bauwerk der Stadt - nahezu 400 Jahre älter als ursprünglich angenommen.
Heute kann die Peterskapelle für Veranstaltungen angemietet werden.
