Klosterhof
Der Franziskanerorden wurde im Jahr 1629 gegründet und war bis 1823 ansässig. Damals hieß die Stadt Bischofsheim. Nach verschiedenen Quartieren siedelten die Mönche in das Hospital mit der angrenzenden Elisabethkirche über. Das Areal wurde erweitert und das Kloster ausgebaut, wie auch die Klosterkirche, die schließlich im 17. Jahrhundert der Heiligen Lioba geweiht wurde.
Rund 40 Jahre später standen die Franziskaner wieder vor der Frage Neu- oder Umbau? Ein Neubau wurde verworfen und so wurde der Altbestand von Grund auf erneuert und hat seine Form bis heute weitgehend erhalten.
Nachdem die Oberhoheit für die Stadt 1806 an das Großherzogtum Baden übergegangen war, wurde der Etat für das Kloster deutlich gekürzt. Mit ein Grund dafür, dass die Franziskaner den Konvent an der Tauber 1823 auflösten.
Bereits 1688 hatte für drei „obere Klassen“ der Schulunterricht in den Räumen des Klosters begonnen. Und diese Schule, das heutige Matthias-Grünewald-Gymnasium, wurde in der nun ehemaligen Klosteranlage weitergeführt. Ein Teil des Areals brannte im Jahr 1862 ab, wurde aber 1868 wieder eingeweiht. Dann gab es die unterschiedlichsten Nutzungen: In der bunten Reihe tauchen unter anderem das Großherzogliche Vorseminar, einige Zeiten als Leerstand oder Unterkunft für Kriegsgefangene auf und immer wieder gingen „bischemer“ Kinder als Schülerinnen und Schüler ein und aus.
Nach dem Beschluss des Gemeinderats, die Stadtverwaltung im Klosterhof zu bündeln, sorgten Umbau und Sanierung von 1982 bis 1986 dafür, dass passende Räumlichkeiten bereitgestellt werden konnten.
Ein weiterer Großbrand beschädigte 2016 das ehemalige Dormitorium und zog auch weitere Gebäude, auch die angrenzende Liobakirche, in Mitleidenschaft, was eine umfassende Sanierung erforderte.
Der Innenhof wird für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Seit 1970 gibt es mit dem Klostercafé auch ein gastronomisches Angebot.
