Naturschutz & Lehrpfade in Tauberbischofsheim
Erleben Sie die natürliche Vielfalt rund um Tauberbischofsheim – zwischen Trockenhängen, Streuobstwiesen, Wäldern und renaturierten Bachläufen. Auf gut erschlossenen Wegen und Lehrpfaden entdecken Sie schützenswerte Lebensräume und lernen Spannendes über Flora, Fauna und nachhaltige Nutzung der Landschaft.
Natur entdecken – Naturschutzgebiete & besondere Lebensräume
Naturschutzgebiet Brachenleite
Das Gewann Brachenleite war bis zur Aufgabe des Bundeswehrstandortes ein Standortübungsplatz. Diese gelten grundsätzlich als wertvolle Biotope und sind ökologisch wertvolle Rückzugsgebiete seltener Tier- und Pflanzenarten. So ist es keineswegs verwunderlich, dass sich auf dieser mageren Fläche Trockengesellschaften entwickelten, auf denen seltene, besonders geschützte oder gefährdete Tier- und Pflanzengattungen zu finden sind.
Die in den letzten Jahren erstellten Artenlisten weisen 818 Tier- und Pflanzenspezies auf, davon sind 92 Arten in der Roten Liste erfasst. Insgesamt besitzt das Gebiet aufgrund seiner hohen Biodiversität, der standortgerechten bzw. standorttypischen Ausprägung der Artengemeinschaften und der hohen Anzahl gefährdeter und bedrohter Tier- und Pflanzengruppen eine regionale bis überregionale Bedeutung für den Naturschutz.
Weitere Infos zum Naturschutzbund Deutschland, Ortsgruppe Tauberbischofsheim e. V.
www.brachenleite.de
www.nabu-tbb.info
Naturschutzgebiet Hunsenberg
Der Hunsenberg ist ein 7,6 ha großer, steiler, südwest-exponierter Hang auf der Gemarkung Hochhausen am Rand des mainfränkischen Trockengebietes.
Seit 1975 ist die Fläche als Schutzgebiet ausgewiesen. Dieser unbewirtschaftete Hang ist ein wichtiger Lebensraum für wärmeliebende, zum Teil seltene Pflanzen- und Tierarten.
Naturschutzgebiet Stammberg
Das Naturschutzgebiet Stammberg mit Bannwald beheimatet viele Besonderheiten, darunter den Hirschkäfer, die Mopsfledermaus, die Bechsteinfledermaus und das grüne Besenhaarmoos. Außerdem sind besondere
Schmetterlinge wie die Spanische Flagge und Vögel wie u.a. alle Spechtarten mit Ausnahme des Wendehalses, der Uhu und der Wespenbussard zu erleben. Die Ansprüche der Tiere sind sehr unterschiedlich. Einige finden im Wald ihre Brutplätze, für andere ist es das Jagdgebiet. Alle Arten profitieren jedoch von einem strukturierten Wald. Dieser besteht aus jungen und alten Bäumen sowie lichten und schattigen Bereichen. Eine weitere Besonderheit im Naturschutzgebiet sind die zahlreichen Vorkommen von Elsbeere, Speierling und Mehlbeere.
Aktiv erleben - Pfade, Bewegung und Erholung in der Natur
Arboretum im Biodiversitätslehrpfad
Im Stadtwald bei der Stammberghütte lädt das Arboretum als eine der 14 Stationen des Biodiversitätslehrpfades zum Entdecken ein. Auf rund 5.000 Quadratmetern präsentiert es eine öffentlich zugängliche Sammlung von mehr als 50 beschilderten Baumarten – einheimische und exotische Holzgewächse, die frei wachsen. Das Arboretum wirkt als Genpool und stellt für Flora und Fauna das ideale Gelände dar.
Die Bäume sind in thematische Gruppen angepflanzt, um eine sinnvolle Begehung mit Lehrgruppen zu ermöglichen - Feuchtigkeit liebende Schlucht- und Trockenwaldgesellschaften, Obstgehölze, Nadelbäume sowie Zypressengewächse, insbesondere der Mammutbaum, können nun besichtigt werden.
An das Arboretum schließt ein Forschungswald mit weiteren 200 Sträuchern und 250 Atlaszedern an, um einerseits einen Saum als Wald-, Sicht- und Lärmschutz zu schaffen und andererseits ein Langzeitprojekt für den Klimaschutz anzustoßen. Die entstehende Hecke dient Vögeln, Insekten und Kleinsäugern als Futter-, Nist- und Versteckmöglichkeit und schützt den Wald.
Der ca. 3,5 km lange Biodiversitätslehrpfad umfasst 14 Stationen wie z. B. einen Schleichpfad, das Fuhrmannsloch und den Bannwald, ein seit den 1970er Jahren sich selbst überlassenes Waldreservat. Des Weiteren finden sich hier Totholzhaufen, Gras-Kraut-Säume, Dornenbuschgebiete und Blühflächen im Wald, ein Vogelschutzgebiet, einen Hochsitz zur Vogelbeobachtung sowie Lichtungen, Waldwege und weitere Flächen.
Weiterführende Informationen
QR-Codes auf den Informationstafeln liefern auf einen Blick weitere Details.
Begleitete Rundgänge durch den Biodiversitätslehrpfad können über die Tourist-Information, Tel. 09341/803-33 vereinbart werden.
Hamberg - Bewegung für Groß & Klein
Mit seinem Walderlebnispfad, Trimm-Dich-Pfad und Bewegungsparcours ist der Hamberg ideal für sportliche Aktivitäten, Naturbildung und Familienausflüge
Im Walderlebnispfad Hamberg kann die ganze Familie den Wald entdecken, sehen, fühlen und verstehen lernen. Auf 2,8 km erfährt man in interaktiven Stationen viel über den Lebensraum Wald und dessen Bewohner. Sieben interessant gestaltete Lernstationen sowie ein Bewegungsparcours sorgen für spannende Erlebnisse. Ergänzt wird das Gelände um einen Trimm-Dich-Pfad sowie um einen Waldspielplatz.
Weinlehrpfad am städtischen Rebgut Edelberg
Holen Sie sich in diesem gepflegten Weinberg Lust auf einen guten Tropfen Wein.
Zehn Weinlehrpfadschilder halten Wissen zu Rebsorten, Pflege, Weinlese, Pflanzen und Tiere im Weinberg und die biologische Schädlingsbekämpfungen im Weingut für Sie bereit.
Ein Besuch ist zu jeder Jahreszeit ein Naturerlebnis.
Taubertäler Streuobstwiesen-Lehrpfad
Streuobstwiesen sind Teil der alten Kulturlandschaft und wertvolle Biotope. Das Taubertal ist geprägt durch Apfelbäume, die besonders im Frühling und Herbst der Landschaft ein stattliches Aussehen geben. Entlang der Tauber, zwischen Tauberbischofsheim und dem Stadtteil Dittigheim, findet man den Streuobstwiesenlehrpfad.
Auf etwa zwei Kilometer Länge werden rund 100 Streuobstbäume durch den Verein „Tauberländer Bio-Streuobstwiesen e.V.“ bewirtschaftet. Auf etwa einem Kilometer stehen 12 kleine Informationstafeln, die alte Obstsorten beschreiben sowie größere Tafeln, die die ökologische Bedeutung für Pflanzen und Tiere und viel über den traditionellen Obstbau vermitteln. Der naturtrübe Apfelsaft im Glas oder der Glasflasche schließt den Kreis vom Baumschnitt, der Blüte bis zur Ernte und Verarbeitung zum Apfelsaft.
Renaturierte Tauber
Fließgewässer und ihre Auen zeichnen sich natürlicherweise durch eine sehr große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten aus. Zahlreiche Flüsse werden renaturiert, um der zunehmenden Bebauung entgegenzuwirken und menschliche Eingriffe in das Flussnetz zu reduzieren. Darunter versteht man die Wiederherstellung von Lebensräumen zur Umwandlung monotoner Landschaften in lebendige Biotope.
Auch die Tauber wurde beim Stadtteil Impfingen renaturiert. Für die Tauber wurde auf 1,1km Länge ein gewundenes Bett angelegt und dem Fluss mehr Raum gegeben. Die Maßnahme dient auch dem Hochwasserschutz. Beobachter verschiedenster Tierarten, die sich seit der Renaturierung an diesem Flussabschnitt angesiedelt haben, kommen auf ihre Kosten. Die renaturierte Tauber hat sich zu einer beliebten Freizeitfläche entwickelt. Besondere Erlebnisse gibt es im Sommer vom Wasser aus.
Hochzeitswald am Hamberg
Oberhalb von Tauberbischofsheim, rechts der Tauber, liegt der Hochzeitswald am Hamberg – ein idyllisches Ausflugsziel zum Erholen und Genießen. Seit 2011 wird der Wald um ca. 30 Bäume erweitert und entwickelt sich zu einem Ort der Ruhe und des Naturerlebens. Mit seinen Sonnenliegen lädt er zum Verweilen, Träumen und Entspannen ein.
Hier kann man den Blick über das Taubertal genießen. Ein perfekter Platz für Spaziergänge, Picknicks oder einfach eine Auszeit - ganz ohne Hektik.
Hoch hinaus - Natur aus der Vogelperspektive
Wer die Natur rund um Tauberbischofsheim aus der Vogelperspektive erleben möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten: Zu Fuß von den Höhen der Brachenleite, des Hunsenbergs oder des Hambergs aus – oder aus dem Segelflugzeug.
Der Aero Club Tauberbischofsheim e. V. bietet von April bis Oktober bei passendem Wetter die Möglichkeit, mit einem Doppelsitzer-Segelflugzeug über das Taubertal zu gleiten. Von oben offenbart sich die ganze Vielfalt der Landschaft: die renaturierte Tauber, die Streuobstwiesen, die Wälder des Stammbergs und die Trockenrasen der Brachenleite – alles Lebensräume um Tauberbischofsheim.
Ob zu Fuß oder in der Luft: Tauberbischofsheim zeigt sich von oben als grünes Mosaik aus schützenswerten Lebensräumen.

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